Dienstag, 21. Juli 2009

Die Hebammen

Ich habe endlich den Hebammen-Text zuende geschrieben!
Es geht darin vor allem um die Geschichte der Hebammen und um den Zusammenhang zwischen Magie, Mystik und Frauen, spannend! :)

Den Text als pdf gibt es hier zum Download.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich über Feedback! :)

Lieber Gruß und einen schönen Abend,
Salomé

Freitag, 17. Juli 2009

Ein weiterer Song für Evora...

Irgendwie - ich geb es ja zu - hab ich schon ewig nicht mehr geschrieben, und ein bisschen stehe ich vor meinem Manuskript und komme nicht weiter. Ich müsste von vorn anfangen, mich durchwühlen, korrigieren. Es würde noch einmal sein Volumen verdoppeln, und ich hätte noch immer nicht die Geschichte erzählt, die ich erzählen will.
Oder ist das vielleicht die Geschichte?
Ich weiß es nicht.

Aber was mich immer ein bisschen erdet, ist die Musik von Loreena McKennitt.
Bei diesem Song spüre ich den sanften Abendwind durch meine Haare fahren, während ich von einem steinernen Balkon aus den Sonnenuntergang beobachte.
Und manchmal ist auch jemand da, der mich dabei fest in seine Arme nimmt.

Für euch, für Evora: Dante's Prayer in einer wunderschönen Live-Version und mit einer kleinen Ansprache der Künstlerin :)



When the dark wood fell before me
And all the paths were overgrown
When the priests of pride say there is no other way
I tilled the sorrows of stone

I did not believe because I could not see
Though you came to me in the night
When the dawn seemed forever lost
You showed me your love in the light of the stars

Cast your eyes on the ocean
Cast your soul to the sea
When the dark night seems endless
Please remember me

Then the mountain rose before me
By the deep well of desire
From the fountain of forgiveness
Beyond the ice and the fire

Cast your eyes on the ocean
Cast your soul to the sea
When the dark night seems endless
Please remember me

Though we share this humble path, alone
How fragile is the heart
Oh give these clay feet wings to fly
To touch the face of the stars

Breathe life into this feeble heart
Lift this mortal veil of fear
Take these crumbled hopes, etched with tears
We'll rise above these earthly cares

Cast your eyes on the ocean
Cast your soul to the sea
When the dark night seems endless
Please remember me...

Donnerstag, 2. Juli 2009

Die Katzen III



Diese Geschichte habe ich vor einer Ewigkeit einmal entdeckt, und ich lese sie immer wieder gern:

Die Katze
Der liebe Gott hatte die Tiere geschaffen, alle Tiere, oder jedenfalls fast alle.
Endlich war auch der Mensch auf die Welt gekommen, und schon trug er die Nase sehr hoch und nannte sich den Herrn der Schöpfung. Der liebe Gott war ziemlich zufrieden mit seiner Arbeit, aber nicht restlos.
Er hatte noch einige feine, seidenweiche Fellproben und große Augen, schöner und funkelnder, als die wunderbarsten Juwelen der Welt. Außerdem ein paar Pfötchen mit kleinen Krallen und winzigen rosa Kissen, rosiger und zarter, als das Innere der erlesensten Muscheln. Endlich erinnerte sich der liebe Gott, daß er eine stolze und unabhängige Seele beiseite gelegt hatte, für die er keinen angemessenen Körper gefunden hatte. Da er mit seiner Schöpfung sozusagen fertig war, hatte er es nicht mehr eilig.
So formte er mit Liebe und Sorgfalt einen kleinen Körper, der zerbrechlich aussah, aber mit unvergleichlicher Anmut und Geschmeidigkeit begabt war. In diesen legte er die Seele. Darauf öffnete das neue Geschöpf seine großen Augen und ließ eine seltsame kleine Musik hören, voller Tiefe und Geheimnis, um so den lieben Gott zu seinem letzten Erfolg, dem vollkommensten von allen, zu beglückwünschen.
Der Schöpfer, der den Hochmut verabscheut, aber die Eitelkeit manchmal duldet, wenn sie sich gerechtfertigt fühlt, schalt die Katze wegen ihres scheinbaren Mangels an Bescheidenheit nicht. Im Gegenteil, er sagte ihr Dinge, die ihre Selbstachtung und Wertschätzung nur erhöhen konnten.
Höre mir gut zu“, sagte der liebe Gott zu der Katze, „der Mensch glaubt, er sei der Herr aller Tiere. Lassen wir ihm diesen Glauben! Es ist zu spät, ihn umzustimmen. Aber dir verbiete ich, dich ihm zu unterwerfen, wie es die Hunde, die Pferde und die anderen Haustiere tun. Laß es um keinen Preis zu, daß er sich zu deinem Herrn erhebt. Allenfalls kannst du ihm erlauben, dein Freund zu werden, aber nur, wenn er dir etwas bedeutet. Nimm alles von ihm entgegen, aber schenke ihm nie etwas, außer deiner Zuneigung, wenn er sie verdient. Dir steht es nicht an, etwa für ihn zu arbeiten. Er muß sich daran gewöhnen, dich als ein Luxusgeschöpf anzusehen, gewissermaßen als Kunst um der Kunst willen. Wenn er dich ruft, so gehorche ihm nur, wenn er es tut, um dir Nahrung anzubieten. Laß keine Gelegenheit außer acht, mit der du ihm deine Unabhängigkeit zeigen kannst.
Trotzdem, bediene dich der Diplomatie. Der Mensch ist ein großes Kind. Es ist besser, ihm hin und wieder ein wenig zu schmeicheln. Tust du das nicht, so läufst du Gefahr, daß er deiner überdrüssig wird und dich schlecht unterbringt und ernährt. Schnurre, wenn er dich streichelt. Nimmt er sich aber heraus, dich ohne deine ausdrückliche Erlaubnis in seine Arme zu nehmen, so rate ich dir, ihm gleich wieder zu entwischen und in der entferntesten Ecke des Zimmers zu schmollen oder Toilette zu machen.
Mit einem Wort, führe den Menschen an der Nase herum, ohne es ihn allzusehr fühlen zu lassen. Sei ein Tyrann, aber ein Tyrann mit Samtpfötchen.

(Robert Crottet)


Ein Besuch in der Natur...

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die mich Evora wieder näherbringen, so zum Beispiel ein Ausflug in die Natur. Bei meinem letzten ging es zum Drachenfels!











Mittwoch, 1. Juli 2009

Hebammen-Text

Und damit ihr nicht denkt, ich hätte gar nichts für Evora getan, schreibe ich hier schon mal die bisherige Einleitung zu dem Hebammen-Text, an dem ich arbeite und der dann hoffentlich nächste Woche auf salomaphra.de zum Download bereit stehen wird %-)



Dass besonders Hebammen der Hexenverfolgung im Mittelalter zum Opfer fielen, gehört heute zum allgemeinen Halbwissen, mit dessen Hilfe der Jauch so gern Millionäre macht. Dass Frauen jahrtausendelang unter dem Patriarchat litten, wird die Schwarzer nicht müde uns wieder und wieder zu erzählen. Und dass der Dunstkreis von Fruchtbarkeit, Geburt, Sexualität und weiblicher Identität bis heute für viele ein Mysterium darstellt, bezeugt meine eigene Unwissenheit, wenn ich mich dem „Frauenthema“ Schwangerschaft widme.

In keiner Weise möchte ich – der Hinweis sei hier gestattet – weibliche Identität mit Schwangerschaft und Sexualität gleichsetzen! Der Ansatz ist vielmehr, dass diese Themen im Rahmen von weiblicher Identität eine Rolle spielen – für die eine Frau weniger wichtig als für die andere! Ich sehe sie als Teile eines Ganzen, die ich hier genauer anhand der Geschichte der Hebammen betrachten möchte.

Mich interessieren der uralte Zusammenhang, der auch heute noch in der Popkultur zwischen Magie/Mystik und Fruchtbarkeit gezogen wird(1) , sowie die Performativität des Geheimnisvollen, die die Schwangere und die Geburt umgeben. Auch im Gegenteil funktioniert dieses Modell: So werden in vielen Kulturen und Glaubensformen der Jungfrau bestimmte übersinnliche Kräfte zugeschrieben, was mich zu der These führt, dass Frauen und Magie in erster Linie in ihrer Beziehung zu Sexualität und Mutterschaft zueinander finden: Die Quelle ihrer (übersinnlichen) Kraft liegt im Bereich des Eros.


(1)Der erste Zusammenhang zwischen Mystik und Fruchtbarkeit wurde bereits in der Bibel durch die Geburt Jesu hergestellt. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Maria als jungfräuliche Mutter und einzige Nicht-Hexe in der Geschichte der Kirche gilt, sie zugleich aber durch diese Geburt den Anstoß für die Mystifizierung der Sexualität und Verteufelung der (weiblichen) Sexualität gegeben hat. Das Motiv von weiblicher Magie in Verbindung mit Fruchtbarkeit und Sexualität wurde in Literatur und Kunst vielfach aufgegriffen.

Willkommen im Juli!

Ich hoffe, dass ihr alle wenigstens ab und an die Sonne genießt, die uns in den letzten Tagen so sehr verwöhnt!

Leider trete ich momentan mit Evora auf der Stelle; ich hab jetzt bestimmt eineinhalb Wochen nichts mehr daran gemacht :(

Heute habe ich die Gelegenheit genutzt und hab den Prolog nochmal überarbeitet, es gibt also auch eine neue Leseproben-Version auf salomaphra.de zum Download.
Ich freue mich auch über Feedback - hier als Kommentar, oder per Email, ganz egal :)

Abgesehen davon bin ich natürlich nicht untätig gewesen. Ich habe an einem anderen Projekt gearbeitet - nebenher bin ich ja immer mal wieder mit Kurzgeschichten und deren Unterbringung in Anthologien beschäftigt, außerdem hat mich die Näherei ein wenig beschäftigt.

Jetzt hab ich aber wieder Zeit und Lust für Evora!

Ich wünsch euch allen noch eine schöne, sonnige Woche!

Eure Salomé